Heißluftballon
Hier klicken und die Bildergalerie wird schon mal im neuen Fenster geladen...
19.05.98, heut nun also soll das kleine Abenteuer stattfinden. Eine Fahrt mit dem Heißluftballon. Lange schon habe ich diesen bunten "Schönheiten" fasziniert nachgeschaut. Als ich zum Geburtstag von Freunden einen Gutschein für einen Ballonflug geschenkt bekam, war die Freude natürlich groß. Ein knappes halbes Jahr mußte ich nun warten bis der Anruf kam: "heut geht es los, wir treffen uns um 19:00 Uhr an der Stadthalle in Braunschweig".

Pünktlich zur vereinbarten Zeit kam der Kleinbus mit Anhänger. Da an diesem Tage Westwind herrschte, fuhren wir in den Westen der Stadt. Auf einer Festwiese ging erst einmal die Arbeit los. Tja,kein Vergnügen ohne Arbeit. Der 80.000 DM teuere Ballon mußte nun sorgfältig ausgelegt werden. Das Teil ist ohne Korb immerhin ca. 25 Meter hoch bei 20 Meter Durchmesser. Das Material, Nylon verstärkt mit Kunststoffgewebe, war viel dünner als ich dachte aber trotzdem enorm Reißfest. Als nächstes wurde der Korb vom Anhänger gewuchtet. Das Teil war verdammt schwer, aber mit 8 Mann konnte er doch recht gut bewegt werden. Nachdem alle Halteseile des Ballon mit dem Korb verbunden waren war ersteinmal Pause angesagt.

"Thermik" war der Spielverderber. Leider mögen Ballons die Thermik nicht so wie z.B. die Segelflugzeuge. Ein Grund auch dafür, daß Ballons fast nur in den frühen Morgenstunden, oder am Abend zu sehen sind.
Zeit also zum Kennenlernen der 5 anderen "Mitfahrer". Immerhin gingen in den Korb 6 Passagiere plus Pilot. Um 19:45 kam, nach kurzer Rücksprache mittels D1 mit der Wetterwarte, das Zeichen zum "Angriff".
Das Gebläse, ein Hochleistungsventilator mit Benzinmotor wurde in Position gebracht. Ein Mitfahrer und ich hielten die untere Öffnung des Ballon weit auf, das Gebläse wurde gestartet und presste nun Luft in den Ballon. Die anderen Mitfahrer hatten alle Hände voll damit zu tun den Ballon beim Entfalten zu helfen. Dieser blähte sich nun mächtig auf und begann schon durch leichte Seitenwindeinwirkung hin und her zu wanken. Nun der große Augenblick, der Brenner wurde eingeschaltet. Ein mulmiges Gefühl war es schon, denn wir mußten weiterhin die Öffnung aufhalten.

Jetzt ging alles rasend schnell. Der Ballon richtete sich auf und der Pilot gab das Zeichen zum Einsteigen. Alles mußte schnell gehen denn der Ballon begann schon abzuheben. Noch ein kräftiger Feuerstoß und Leinen los. Mit 3 Metern pro Sekunde hob der Ballon ab. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Der Startplatz mit den zurückgebliebenen Personen (Ballonteam und Schaulustige) wurde von Sekunde zu Sekunde kleiner und kurze Zeit später war er gar nicht mehr zu sehen. Die Fahrt, ja beim "Ballonfliegen" spricht man vom Ballonfahren, ging nun über den Süden der Stadt Richtung Wolfenbüttel. Unsere Route ging über Lehndorf, Gartenstadt, Weststadt, Südsee, Heidberg, Stöckheim, Wolfenbüttel, Wendessen, Groß Denkte bis nach Groß Biewende (wer sich auskennt).

Die Eindrücke dort oben sind unbeschreiblich. Alles sieht aus wie auf einer Modeleisenbahnanlage. Das lautlose Dahinschweben (wenn der Brenner aus ist) ist einmalig. Da man ja vom Wind getrieben wird und der Ballon dessen Geschwindigkeit annimmt, ist es im Korb fast Windstill.
Was man dort oben fühlt kann ich hier nicht wiedergeben. Das muß man wirklich selber erlebt haben. Es ist faszinierend und interessant zu gleich. Immer wieder hörte man so etwas wie "dort, die Allee, ist das die Saarstraße ?"..."nee, das muß doch die...oder doch?" .

Ja, so aus 300 Metern Höhe sieht auch so manches Vertrautes völlig anders aus. Nach ca. 90 Minuten wurde es (leider) Zeit zum Landen. Kurze Einweisung des Piloten wie wir uns bei der Landung zu verhalten haben und es ging abwärts. "Ich mache eine Punktlandung dort vorn auf der Straße" sagte der Pilot und ließ kein Zweifel das es ihm ernst ist. Die Straße, eine wenig befahrene Landstraße, lag zwischen zwei Feldern. Der Pilot gab das Zeichen und wir taten das, was wir zuvor gesagt bekommen haben. In die Knie gehen und den Rücken an die Korbwand pressen. Zehn Meter vor der Straße bekam der Korb Bodenkontakt und wurde nun Richtung Straße weitergeschliffen. Oooops, der Straßengraben. Ein kräftiger Ruck erschüttert den Korb...Kratzgeräusche... aha, die Straße...Ooops..logisch, auf der anderen Straßenseite ist auch ein Graben. Nach weiteren 5 Metern endlich blieb der Ballon stehen und kippte mit samt dem Korb um. Aha, deshalb also den Rücken an diese Seite des Korbes pressen, wir liegen nämlich alle bequem im Korb und warten auf das Zeichen des Piloten zum Aussteigen.

Das war es also, die Erde hat uns wieder. Nach dem großen "Hallo" und einer Zigarettenpause ging es ans Zusammenpacken. Das war schwieriger als das Aufbauen. Der Ballon mußte natürlich wieder in den großen Sack passen. Ich hatte erst so meine Zweifel, das uns dies auch gelingt, aber es klappte dann doch ganz gut. Als wir nun alles wieder aufgeladen und verstaut hatten (uff,schwitz...) kam noch die obligatorische Ballontaufe. Wie das abläuft? Selber mitmachen :)
So gegen 23 Uhr waren wir wieder zurück in Braunschweig. Ein unvergeßliches Erlebnis ging zu ENDE.

Hier geht's zur Bildergalerie
© A.Rehwinkel, last update 29.11.06